Alles begann mit einer Idee. Der Idee, einen zahntechnischen Kongress zu veranstalten, bei dem die Referenten keine Werbebotschaften verbreiten, sondern zahntechnischen Alltag zeigen und eben die „Hosen Obe“, die Hosen runter lassen sollten. Was also als Idee im Raum stand nahm dank des großen Engagements von Marion Mosler (Abb. 3) und Christian Vordermayer (Abb. 4) immer mehr an Gestalt an.
Zur Begrüßung der Teilnehmer – darunter so illustre Namen wie Willi Geller, Ulrich Schoberer, Benjamin Votteler, Thorsten Michel, Katrin Rohde, Hans-Jürgen Joit, Annette von Hajmasy und viele, viele mehr – hatten sich Marion Mosler und Christian Vordermayer ein besonderes „Schmankerl“ ausgedacht. Sie spielten einen Film ab, der bei der Anmeldung der Internetdomain www.hosenobe.com entstanden ist. Dabei versucht eine vor lachen glucksende Marion Mosler einem offensichtlich sehr verwirrten 1&1-Mitarbeiter zu erklären, das Hosen Obe nichts Schlimmes und ein Idiom für „ehrlich sein“ ist, und dass niemand seine Hosen ausziehen muss. Einfach herrlich! Besser kann man die Besonderheit dieses Kongresses nicht zum Ausdruck bringen. Beim Hosen Obe-Kongress sollte „Tacheles“ geredet werden. Also Klartext …






Hiernach widmete sich Walter Gebhard den Entwicklungen der Zahnheilkunde (Feminisierung des zahnmedizinischen Berufsstandes) und erläuterte dem Publikum, worin seiner Meinung nach die Verantwortung des Zahntechnikers liegt. Hierbei griff er auf seine 45-jährige Berufserfahrung und seine intensiven Kontakte zu Patienten zurück. Demnach bringt die Nähe zum Patienten nicht automatisch mehr Erfolg sondern auch die Verantwortung mit sich, in unmöglichen Fällen auch einmal „nein“ zu sagen. Denn am schlimmsten sind Walter Gebhard zufolge die Fälle, „bei denen man sich im Kreis dreht“. Eines der wichtigsten Planungstools ist für ihn dabei das Mock-up. Schließlich hilft ihm dies, Fehler zu vermeiden und heraus zu bekommen, was der Patient will. Das Ziel sollte es laut Gebhard sein, dem Patienten damit ein „Jawohl, das bin ich!“ zu entlocken. Denn die Ästhetik kann nicht definiert werden. Nur der Patient entscheidet, was aus seiner Sicht ästhetisch ist und was nicht.
Stefan Picha, den man heute vor allem für seine unglaublich natürlichen implantatgestützten Restaurationen kennt, ließ in seinem Vortrag förmlich die Hosen runter. Er zeigte anhand eines alten implantatprothetischen Falls – auf den er damals unglaublich stolz war – wie sehr er seine Fähigkeiten seither weiter entwickelt hat und dass diese Entwicklung niemals abgeschlossen ist. Vielmehr ist jeder neue Patient eine riesige Herausforderung, dem es sich mit Verantwortungsbewusstsein und bestem Willen zu widmen gilt. Allerdings gemahnte er zur Vorsicht. Denn wenn der Patient anhand des Provisoriums äußert, dass die endgültige Versorgung etwas natürlicher sein soll, dann ist Vorsicht geboten. Denn seiner Erfahrung nach wird der Patient überrascht sein, wie man als Zahntechniker diese Aussage interpretiert. Weniger „Kreativität“ ist also oftmals mehr und besser Zuhören bringt einen der Lösung näher.
Unterstreichen konnte der sehr belesene und studienfeste Andreas Nolte diese Aussage mit einem Zitat von Johannes Mario Simmel: „Das Studieren lehrt uns die Regel, das Leben die Ausnahme.“ Für Nolte zählt die Balance aus altem Wissen und kreativem Denken zu den Schlüsselfaktoren des zahntechnischen Erfolgs. Er schloss seinen emotionalen Vortrag mit dem Satz: „Handwerk ist Hand wert und kein Handelwerk!“